Review: DER BIOPHILIA-EFFEKT

HEILUNG AUS DEM WALD

von Clemens G. Arvay

Das im Ullstein Verlag erschienene Buch ist ein wahrer Gewinn für alle Naturliebhaber. Clemens G. Arvay trifft den Nerv der Zeit und überzeugt in seinem Buch mit fundierten wissenschaftlichen Daten, was das Buch ganz deutlich von der dem Markt überschwemmenden pseudowissenschaftlichen Lektüre bezüglich Natur und deren Effekt auf den Menschen abhebt. Trotz der fundierten wissenschaftlichen Daten ist das Buch nicht schwierig zu lesen und Arvay legt die Sachverhalte klar, verständlich und nachvollziehbar dar.

Der Autor selbst ist dafür durch sein Studium der Biologie und angewandten Pflanzenwissenschaften in Wien und Graz qualifiziert und ist auch Mitglied im österreichischen Forum Wissenschaft und Umwelt sowie Autor mehrerer Bestseller.

Aufgebaut ist das Buch aus mehreren großen Kapiteln, die jeweils mit einem Zitat wie beispielsweise :“ Es gibt nur eine Heilkraft, und das ist die Natur“ von Arthur Schopenhauer beginnen und dann in weitere kleinere semantische Abschnitte unterteilt sind. Außerdem werden unzählige Praxisbeispiele und Übungen angeführt, die dem Leser Lust machen sofort aufzuspringen und in den nächstgelegenen Garten oder Wald zu laufen.

Während der Lesezeit ist man unglaublich sensibilisiert für all das Leben, das uns in unserem Alltagstrott so umgibt, sei es die Kräuterdekoration auf unserem Mittagessen oder der sich im Wind wiegende und blätterrauschende Baum auf der Bushaltestelle.

Arvay schafft es den Leser dazu zu bringen seinen Blickwinkel zu erweitern und untermauert jedwede Aussage mit dazu passenden wissenschaftlichen Studien und Erklärungen sowie einigen Anregungen für praxisbezogene Übungen.

Ein Beispiel dafür ist seine Aussage, dass ein Aufenthalt im Wald erwiesener Maßen die Aktivität unserer natürlichen Abwehrzellen, unter anderem durch die Terpene, die wir mit der Waldluft einatmen steigert, und so unser Immunsystem nachweislich stärkt. Besonders stark soll dieser Effekt nach Regen sein.

Außerdem berichtet er über den wohl jedem bekannnten Effekt, dass der Anblick unterschiedlicher natürlicher Landschaften stimmungsaufhellend wirkt, und so auch das psychische Wohlbefinden positiv beeinflusst. Er verweist auf die beruhigende Gräuschkulisse in der Natur, sei es Vogelgesang,eine summende Blumenwiese, ein plätscherndes Waldbächlein oder ein von Möwengeschrei begleitetes Meeresrauschen.

All diese Eindrücke beschreibt er als Biophilia Effekt. Als Leser hat man den Eindruck, bei seinen Übungen eins mit der Natur zu werden und behält seine Begeisterung dafür auch noch lange nach dem Lesen bei. Auch ist es eines der wenigen Bücher, die auch nach einmaligem Lesen dazu einladen, immer wieder darin zu blättern, einzelne Übungen nachzumachen, und besonders interessante Kapitel öfter nachzulesen.

Alles in allem ein wirklich gelungenes Buch, das den Spagat zwischen Informationsvermittlung und Unterhaltung schafft und dazu beiträgt, seine natürliche Umgebung bewusster und detailierter wahrzunehmen.

Fünf von fünf Daumen hoch!!!

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Review: ENGEL IN MEINEM HAAR

Die wahre Geschichte iener irischen Mystikerin

von Lorna Byrne

Das im Goldman Verlag erschienene Buch, in deutsche Sprache übersetzt von Claudia Fritzsche ist ein sehr angenehm anmutendes Buch. Es ist sehr leicht zu lesen, und die Geschichte fliegt trotz der doch satten 476 Seiten nur so dahin.

Lorna Byrne erzählt autobiographisch von ihrem Leben als Mensch mit dem sechsten Sinn. Bereits als kleines Mädchen erkennt sie, dass sie über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt: Sie kann Engel und Verstorbene wahrnehmen, die ihre ständigen Begleiter werden. Lorna lernt allerdings früh ihre Erfahrungen zu verbergen, und viele Jahre vergehen, bis sie begreift, dass sie ihr Schweigen brechen muss, um ihre Gabe für andere Menschen einzusetzen. In diesem Buch erzählt die irische Mystikerin die berührende Geschichte ihres Lebens. Oft wird in dem Buch deutlich, wie verschieden Menschen mit dieser Begabung die Welt wahrnehmen, und bringt uns dazu, das gängig akzeptierte Weltbild zu hinterfragen und uns, sei es auch nur während des Lesens, einer größeren Realität zu öffnen.

Der Leser fühlt sich in die magische Welt von Lorna hineingesogen. Ich liebe die Art des Schreibens, die in der Geradlinigkeit und Einfachheit einem Schulaufsatz eines Kindes gleicht und von positiver Naivität nur so strotzt.

Ihr Talent mit ihrer Art des Erzählens Bilder zu malen inspiriert den Leser und man sieht für eine Weile die sich umgebende Welt mit ihren Augen.

Negativ an dem Buch war an sich nicht wirklich viel, man könnte es vielleicht im Mittelteil als etwas langatmig bezeichnen, was an den genauen Beschreibungen aller Orte und Handlungen liegt, doch genau das macht auch den Charme des Buches aus.

Die Autorin macht kein Geheimnis daraus, als Kind als zurückgeblieben abgestempelt worden zu sein, was ihre Andersheit noch mehr hervorhebt. Heute würde sie vielleicht als Legastenikerin gelten.

Was mich besonders berührt hat, war die im Vorwort handgeschriebene Message an ihre Leser, was an Autentizität kaum zu übertreffen ist.

Alles in allem, ein richtiges Wohlfühlbuch, das man meistens mit einem Lächeln wieder schließt und das ein wohlig behütetes Gefühl hinterlässt.

Eine wundervolle Bettlektüre, die Hoffnung gibt und einem den Silberstreif vor Augen führt, der in der hektischen Alltagswelt nur zu oft von Nebel bedeckt ist.

Vier von fünf 👍👍👍👍

Veröffentlicht von Eva Nasr