Review: Woher wir kommen, wohin wir gehen

Die Erforschung der Ewigkeit

von Dr. Johannes Huber

Das im Edition a Verlag veröffentlichte Buch ist ein Nachfolger einer ganzen Reihe von Büchern von DDr. Johannes Huber ( „Es existiert“ oder „Der holisitische Mensch“), der nach seinem Theologie und Medizinstudium zunächst zehn Jahre lang Sekretär des Erzbischofs in Wien war. Außerdem war er neun Jahre lang Leiter der klinischen Abteilung für gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin an der medizinischen Universität im AKH Wien. Bis 2007 war er Vorsitzender der österreichischen Bioethikkommision. Viele seiner Bücher wurden Bestseller.

In diesem Buch widmet er sich der Frage, woher der Mensch kommt, und wohin er steuert. Er hebt hervor, dass Ärzte einen großen Gegner haben, und zwar die Endlichkeit des Lebens. Mir dieser Endlichkeit sind Ärzte mehr als jede andere Berufsgruppe täglich konfrontiert. Welchen Sinn hat das alles? Wohin gehen wir? Wogegen kämpfen wir?

Der renommierte Arzt und Theologe DDr. Johannes Huber vermag in dieser Lektüre einen gemeinsamen Nenner zu finden, der die einstigen Todfeinde Wissenschaft und Religion verbindet. Auf 298 Seiten erläutert er haargenau die Entwicklung der Spezies Mensch, angefangen beim Urknall, und führt verschiedenste Zukunftsvisionen an, wohin unsere Reise als Menschen in Zukunft gehen wird. Er geht genau auf neue Möglichkeiten in der Medizin ein, beschäftigt sich mit Bioethik und nimmt den Leser mit, auf eine Vorschau auf die kommenden Tage.

Ich persönlich habe mir von dem Klappentext und dem Titel eigentlich eine andere Richtung des Buches erhofft, habe mich der Lektüre dann aber trotzdem hingegeben. Allerdings fand ich die Ausführungen an gewissen Stellen schon sehr langatmig und zu weit hergeholt, als es für dieses Thema notwendig wäre, was die Sache doch sehr in die Länge zog.

Wie man es von den anderen Büchern von Huber gewohnt ist, schreibt er sehr nüchtern und faktenbezogen. Wer auf tröstende oder gefühlsbetonte Worte wartet, wird wohl enttäuscht durch die Seiten blättern.

Insgesamt kein leicht zu lesendes Buch, für Interessierte jedoch ein Zugewinn. Sollte man allerdings auf diesem Gebiet ohnehin schon bewandert sein, gibt es auf Hubers Seiten nicht wirklich viel Neues zu erfahren. Ich persönlich war davon eher enttäuscht und vergebe daher, und trotz fachlicher Brilianz leider nur

drei von Fünf Daumen hoch!

Review: Sehen Tote wirklich alles?

Auskünfte über das Leben im Jenseits

von Concetta Bertoldi

Das im Knaur Menssana erschienene Buch ist ein unterhaltsamer, witziger und dennoch tröstender Ansatz sich dem Thema Leben nach dem Tod zu nähern.

Die Autorin Concetta Bertoldi ist selbst Medium und sieht seit ihrer frühesten Kindheit die andere Seite. Lange Zeit möchte sie das nicht wahrhaben und verdrängt ihre Gabe, bis sie eines Tages beschließt dazu zu stehen, weil es einfach zu ihr gehört, wie ihre Augen oder Hände.

Sie erzählt mit zwinkerndem Auge über alle Kleinigkeiten, die ihr schon so widerfahren sind.

Das Buch besitzt im herkömmlichen Sinne keine nummerierten Kapitel und ist stattdessen durch kleine Miniüberschriften gegliedert, die jeweils den Fragen eines großen Interviews gleichen, wie zum Beispiel: „Gibt es unter den Geistwesen soetwas wie alte Lustmolche?“ oder „Sehen uns die Toten zu, wenn wir auf die Toilette gehen?“

Das Buch hat 254 Seiten und ist eine herrlich leichte, erfrischende Lektüre, die man gerne auch im Urlaub am Strand genießen kann. Mit sehr viel Humor geht die Autorin auf Fragen ein, die vermutlich vielen schon einmal durch den Kopf geschwirrt sind:

Was passiert nach dem Tod mit uns? Können Tote allles sehen? Sind sie traurig, wenn wir sie nicht auf dem Friedhof besuchen? Sind Haustiere die einzigen Tiere, die auf die andere Seite gehen, oder gehen alle Tierseelen dorthin? Macht es Ihnen etwas aus, dass dauernd Tote in ihrem Schlafzimmer sind?…….

Wunderbar humorvoll und in einem Sprachstil, als säße sie tatsächlich neben dem Leser im Cafe bei Cappuccino und einem Schokoladenbrownie erzählt Bertoldi aus ihrem Leben, den Erfahrungen mit Geistwesen und Klienten, denen sie hilft. Immer wieder betont sie, dass sie nicht perfekt ist und dass sie nur Informatioinen übermittelt, eben als MEDIUM, und oft selbst keinen blassen Schimmer hat, wovon die tote Großmutter auf der anderen Seite da redet, bis die Klienten ihr sagen, worum es eigentlich geht. Auch erwähnt sie, dass sie von der anderen Seite schon öfters „ausgebessert“ wurde, wenn sie eine Information falsch wiedergegeben hatte und dazu angehalten wurde das richtigzustellen.

Für jeden Leser, der sich diesem Thema auf herzerwärmend lustige Art und Weise annähern möchte und offen ist für ein unterhaltsames Tete a Tete mit der anderen Seite ist dieses Buch wärmstens zu empfehlen. Ich selbst habe mich dabei erwischt oftmals lauthals zu lachen, wenn ich alleine im Wohnzimmer diese treffliche Lektüre gelesen habe….oder war ich gar nicht alleine…….? 😉

Fünf von fünf Daumen hoch!

Review: ENGEL IN MEINEM HAAR

Die wahre Geschichte iener irischen Mystikerin

von Lorna Byrne

Das im Goldman Verlag erschienene Buch, in deutsche Sprache übersetzt von Claudia Fritzsche ist ein sehr angenehm anmutendes Buch. Es ist sehr leicht zu lesen, und die Geschichte fliegt trotz der doch satten 476 Seiten nur so dahin.

Lorna Byrne erzählt autobiographisch von ihrem Leben als Mensch mit dem sechsten Sinn. Bereits als kleines Mädchen erkennt sie, dass sie über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt: Sie kann Engel und Verstorbene wahrnehmen, die ihre ständigen Begleiter werden. Lorna lernt allerdings früh ihre Erfahrungen zu verbergen, und viele Jahre vergehen, bis sie begreift, dass sie ihr Schweigen brechen muss, um ihre Gabe für andere Menschen einzusetzen. In diesem Buch erzählt die irische Mystikerin die berührende Geschichte ihres Lebens. Oft wird in dem Buch deutlich, wie verschieden Menschen mit dieser Begabung die Welt wahrnehmen, und bringt uns dazu, das gängig akzeptierte Weltbild zu hinterfragen und uns, sei es auch nur während des Lesens, einer größeren Realität zu öffnen.

Der Leser fühlt sich in die magische Welt von Lorna hineingesogen. Ich liebe die Art des Schreibens, die in der Geradlinigkeit und Einfachheit einem Schulaufsatz eines Kindes gleicht und von positiver Naivität nur so strotzt.

Ihr Talent mit ihrer Art des Erzählens Bilder zu malen inspiriert den Leser und man sieht für eine Weile die sich umgebende Welt mit ihren Augen.

Negativ an dem Buch war an sich nicht wirklich viel, man könnte es vielleicht im Mittelteil als etwas langatmig bezeichnen, was an den genauen Beschreibungen aller Orte und Handlungen liegt, doch genau das macht auch den Charme des Buches aus.

Die Autorin macht kein Geheimnis daraus, als Kind als zurückgeblieben abgestempelt worden zu sein, was ihre Andersheit noch mehr hervorhebt. Heute würde sie vielleicht als Legastenikerin gelten.

Was mich besonders berührt hat, war die im Vorwort handgeschriebene Message an ihre Leser, was an Autentizität kaum zu übertreffen ist.

Alles in allem, ein richtiges Wohlfühlbuch, das man meistens mit einem Lächeln wieder schließt und das ein wohlig behütetes Gefühl hinterlässt.

Eine wundervolle Bettlektüre, die Hoffnung gibt und einem den Silberstreif vor Augen führt, der in der hektischen Alltagswelt nur zu oft von Nebel bedeckt ist.

Vier von fünf 👍👍👍👍

Veröffentlicht von Eva Nasr